Autotherapie nach Dr.Brylka

Rückenschmerzen beseitigen

Wie entsteht Schmerz

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Schmerz gehört zum Leben. Er ist ein natürlicher Schutzmechanismus des Körpers. Bei einem gesunden Mensch ruft jede Verletzung oder Überlastung als Warnung Schmerz hervor. Bestimmte Elemente dieses Warnsystems verlaufen automatisch, unbewusst und werden erst nach einer Bewegungsreaktion wahrgenommen. Diese reflektorische Reaktionen des Körpers auf Schmerzsignale haben unterschiedliche Stärke und nicht alle werden bewusst aufgenommen. Leichte, lang dauernde Schmerzen werden oft durch eine intensive Konzentration auf berufliche Aufgaben unterdrückt und lange Zeit bewusst nicht registriert. Das bedeutet aber nicht, dass die reflektorischen Schutzmechanismen nicht wirken. Sie verlaufen lokal unbewusst und konzentrieren ihre Wirkung auf das betroffenen Gewebe. Die reflektorischen Reaktionen des Körpers auf Schmerz betreffen die Muskeln. Sie reagieren mit erhöhter Ruhespannung, die das betroffene Segment des Bewegungsapparates fester halten und übermäßige Bewegung nicht zulassen sollen. Diese Mechanismen sind jedoch blind: Sie können nicht abschätzen wie groß die Bedrohung ist, die aus dem Schmerz resultiert und ob die Schonhaltung überhaupt dem Schmerz vorbeugt. Die Schonhaltungsreflexe wirken auch in den Fällen, wo der Schmerz aus zu langer Haltearbeit der Muskulatur resultiert (z.B. Anspannung der Schultern bei Arbeit am Computer). Das ist ein Widerspruch in sich: In diesem Fall ist das verspannte Halten durch die Muskulatur eine Reaktion auf Schmerz, der aus langem Halten resultiert. Wenn eine Verstärkung der Muskelspannung noch größeren Schmerz der Muskulatur hervorruft entwickelt sich eine Rückkoppelungreaktion, die ununterbrochen wirkt, so lange bis der Schmerz unerträglich wird.
Außerdem wirken hier noch andere biochemische Schmerzmechanismen des Gewebes. Dazu gehören vor allem biochemische Schmerzsignale des leidenden Gewebes. Diese Schmerzsignale können auch die Muskulatur zur Hyperreaktion provozieren.
Ein weiterer Faktor, der Schmerzen hervorruft ist eine mechanische Reizung der Nervenwurzel, die aus falscher Körperhaltung resultieren kann. Auch eine geringe mechanische Reizung der Nervenwurzel an der Wirbelsäule kann seine Lawine von negativen Rückkopplungsprozessen in Gang setzen.
Eine dauerhaft verspannte Muskulatur führt zur Bewegungseinschränkung eines Bewegungssegmentes und stört das physiologische Gleichgewicht des Gewebes. Dies kann eine eingeschränkte Zirkulation der Körperflüssigkeiten zur Folge haben. Die Abbau- und Wiederaufbauprozesse der Bindegewebe funktionieren nicht mehr ausgeglichen und rufen weitere biochemische Reaktionen hervor, die zu einer Kette von weiteren Störungen (Dysfunktionen) führen. Auf diese Weise sind sowohl Nerven wie Muskeln und vor allem Bindegewebeelemente des Körpers in den Schmerzkreis involviert.
Eine Feststellung welche Faktoren als Grundursache und welche als Folgen des Schmerzkreises wirken, ist nicht einfach. Für eine Antwort benötigt man viele Informationen über Entstehung und Vorgang der Beschwerden, die Art der Schmerzen und vor allem eine möglichst umfangreiche biomechanische Analyse des ganzen Bewegungsapparates.

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